HIER IST ES GANZ GEMÜTLICH

Wir kennen sie alle, wir mögen sie alle, wir schätzen sie alle und wir streben zumeist danach, sie ständig um uns herum zu haben: Die sogenannte Comfort ZoneIn ihr ist, im wahrsten Sinne des Wortes, alles schlichtweg komfortabel. In dieser Zone bewegen wir uns fernab von Stress, Problemen, unangenehmen Herausforderungen, Schmerz und Leid – Negativität schließen wir kategorisch aus. Doch auch Eckhart Tolle zum Beispiel ist davon überzeugt, dass wir uns aus unserer Comfort Zone heraus bewegen müssen, um uns weiterentwickeln zu können. 

 

MOMENTE DES UNGLÜCKS

Denn irgendwann kommt er, dieser Moment. Wir alle nehmen ihn unterschiedlich wahr. Sprechen wir von einschlägigen Dingen, beschert uns dieser Moment Leid. Eine Person wird aus unserem Leben gerissen, wir verlieren unseren Job, ein schwerer Unfall, Krankheit. Es gibt aber auch diese kleinen, wirklich fiesen Momente, in denen die Waschmaschine kaputt geht, das Auto eine Panne hat, der Kühlschrank im Sommer ausfällt oder das Klopapier leer ist.

Eines haben beide Gewichtsklassen gemeinsam: Es kommt immer alles auf einmal. Und dann passiert etwas ganz typisches bei uns Menschen. Wir stellen uns die Frage – mal mehr mal weniger aggressiv oder verzweifelt – “WARUM ICH!?

Nach den Lehren des Eckhart Tolle
Es geht darum, die richtigen Fragen im Leben zu stellen.

Was habe ich getan? Was habe ich verbrochen? Ich muss doch ein unglaublich schlechter Mensch sein, wenn das ausgerechnet mir passiert. Womit habe ich das verdient? Warum ich? Wir versuchen uns anhand einer Frage die Situation und die Geschehnisse zu erklären, die dazu führen, dass wir unglücklich sind. Wir nehmen die Ereignisse in unserem Leben, wir nehmen unser ganzes Leben unendlich persönlich. Klar, es geht ja auch um uns. Dennoch, es sind nicht nur du und ich. Diese Dinge passieren allen Menschen. Jeder Mensch auf dieser Welt durchläuft dasselbe Raster des Lebens. Nur auf unterschiedlichen Ebenen, mit kleinen Abweichungen. Die Frage “Warum ich?” ist an dieser Stelle völlig überflüssig, weil es Millionen anderen Menschen genauso geht. Vielleicht sogar im selben Moment.

BEWUSSTSEIN SCHAFFEN

Das dürfte in den wenigsten Fällen die Situation entschärfen, aber vielleicht entschärft es dein Gefühl des unglücklich seins. Du bist nicht allein. Es geht nicht um dich. Du hast nichts falsch gemacht. Es ist der Lauf des Lebens. Das Leben fordert dich tagtäglich heraus, damit du dich weiterentwickeln kannst. Natürlich magst du dich verständlicherweise fragen, wie du dich weiterentwickeln sollst, wenn das Klopapier leer ist? Und während du dich das fragst, sitzen Millionen andere Menschen ebenso vor einem leeren Klopapier-Spender und stellen sich womöglich die selben Fragen. Viel wichtiger ist aber doch die Tatsache, dass das Leben dich so auf Folgeereignisse vorbereiten kann. Du lernst. Bevor du dich beim nächsten Mal hinsetzt, siehst du dich vielleicht zwei Mal um, ob du dich in eine Misere begibst.

Auf den Verlust eines geliebten Menschen hingegen ist man niemals vorbereitet. Vielleicht auf die Tatsache an sich, aber das Leid und die schmerzhaften Gedanken kann man nicht lernen. Man kann aber lernen damit umzugehen. Wenn du Bewusstsein für diese Momente schaffst, baust du dir ein Gerüst an möglichen Reaktionen und Gedanken auf, die dich in solchen Situationen unterstützen. Sie machen diese Momente nicht wieder gut, aber sie können dafür sorgen, dass du im Bewusstsein diesen Momenten entgegen trittst.

 

DIE RICHTIGEN FRAGEN STELLEN

Vielleicht stellen wir uns viel zu oft die falschen Fragen im Leben. Wenn wir unglücklich sind oder uns Unglück widerfährt, sollten wir uns nicht fragen “Warum ich?”, sondern “Warum bin ich unglücklich?”

Eckhart Tolle
Weisheitslehrer Eckhart Tolle

Eckhart Tolle sieht zwei Fragen hinsichtlich unseres eigenen Unglücks als essenziell an:

  1. Bin ich unglücklich aufgrund der Situation oder
  2. Bin ich unglücklich aufgrund dessen, was meine Gedanken aus dieser Situation machen?

 

Das sind zwei völlig unterschiedliche, aber enorm wichtige Standpunkte, die es für sich zu klären gilt. Wenn dich diese Thematik ebenfalls interessiert, lies dir gerne unseren Artikel zum Thema Unglück durch.

Wir hoffen, dir hier vielleicht ein paar Denkanstöße gegeben haben zu können und freuen uns, wenn du deine Gedanken mit uns teilst. Hast du einen Weg für dich gefunden, auf unglückliche Situationen besser zu reagieren? Verrate ihn uns gerne.

Dein PSI Online Team.

 

PS. Wenn dich dieses Thema interessiert – schaue dir auch unser neues Video dazu an!

 

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Eckhart Tolle
Eckhart Tolle wurde in Deutschland geboren und verbrachte hier die ersten dreizehn Jahre seines Lebens. Nach dem Abschluss seines Studiums an der University of London war er in Forschung und Supervision an der Cambridge University tätig. Mit neunundzwanzig Jahren löschte eine tiefe spirituelle Transformation seine alte Identität praktisch aus und führte zu einer grundlegenden Wandlung seines Lebens. Die nächsten Jahre widmete er dem Verstehen, Integrieren und Vertiefen dieser Verwandlung, die den Beginn einer intensiven Reise nach Innen markierte. Bekannt wurde er vor zehn Jahren durch das Erscheinen seines Bestsellers "Jetzt – die Kraft der Gegenwart". Dieses Buch erreichte weltweit eine Millionenauflage und wurde in 35 Sprachen übersetzt. Auch das Folgewerk "Eine neue Erde" wurde zum Weltbestseller. Nach mehreren Auftritten in der Show von Amerikas berühmtester Talkmasterin, Oprah Winfrey, ist Eckhart Tolle heute ein weltweit gefragter Vortragsredner. Eckhart Tolle gehört keiner speziellen Religion oder Tradition an. Die einfache aber tiefgreifende Botschaft seiner Lehre vermittelt er mit der zeitlosen und schlichten Klarheit aller wahren spirituellen Meister: es gibt einen Weg heraus aus dem Leiden, der direkt in den Frieden führt. Seit Erscheinen seines ersten englischen Buches 1997 ist Eckhart Tolles Bekanntheitsgrad als spiritueller Lehrer weltweit konstant gewachsen. Inzwischen sind seine Bücher in 35 Sprachen übersetzt und besitzen überall Bestsellerstatus. Seit 1996 lebt Eckhart in Vancouver, Kanada.

1 Kommentar

  1. Die Situationen, die in uns Wut, Ärger, Trauer, Aggression etc. auslösen, sind nur „Stellvertreter“ für Gefühle, die schon viel früher (in unserer Kindheit) entstanden sind. Wir sollten uns also nicht mit der jetzigen Situation auseinander setzen, sondern heraus finden an welches Gefühl es mich erinnert.
    Dieses Gefühl, welches damals verdrängt wurde, will nur gesehen und angenommen werden.
    Seit dem ich dies praktiziere lebe ich viel freier und gelassener.

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